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Börse Frankfurt

Ölpreise legen kräftig zu - Iran-Konflikt und Zinsphantasien

03.07.2012 17:43

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    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag kräftigen
Auftrieb durch den Iran-Konflikt und Hoffnungen auf die Europäische Zentralbank
(EZB) erhalten. Bis zum frühen Abend kletterte der Preis für ein Barrel (159
Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung um 3,44 US-Dollar auf 100,75
Dollar. Ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) verteuerte sich um
3,74  Dollar auf 87,53 Dollar.

    Agenturmeldungen über eine Verschärfung des Atomstreits zwischen dem Iran
und den westlichen Industriestaaten beflügelten die Ölpreise. Während einer
dreitägigen militärischen Übung soll der Iran zudem mehrere Raketen abgefeuert
haben, um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, die Straße von Hormus zu
blockieren. Am Sonntag war ein Ölembargo der Europäischen Union gegen den Iran
in Kraft getreten. Investoren setzen angesichts der angespannten auf steigende
Preise durch eine Verknappung des Angebots.

    Zudem profitieren die Ölpreise von der Erwartung der Anleger, dass die EZB
den Leitzins am Donnerstag erstmals unter die Marke von 1,0 Prozent senken wird.
"Wir sehen einen Anstieg der Risikofreude, da der Markt auf eine weitere
geldpolitische Lockerung setzt", sagte Rohstoffexperte Harry Tchilinguirian von
BNP Paribas. Der Zinsschritt könnte die schwache Konjunktur in der Eurozone
ankurbeln. Dadurch würde auch die Nachfrage nach Rohöl steigen. 

    Am Nachmittag lieferten darüber hinaus auch unerwartet starke
US-Konjunkturdaten Unterstützung für die Ölpreise: Die Industrie hat im Mai
deutlich mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet. Das Auftragsvolumen stieg
im Monatsvergleich um 0,7 Prozent. Volkswirte hatten lediglich mit 0,1 Prozent
gerechnet.

    Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec)
legte zuletzt ebenfalls kräftig zu. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom
Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 94,17 US-Dollar. Das waren
1,18 Dollar mehr als am Freitag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen
Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/jsl





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