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Börse Frankfurt

TecDAX-Sentiment: Range-Trader erhalten kräftigen Dämpfer

Stimmungsindikator zum TecDAX

Die TecDAX-Akteure flüchteten sich ins bearishe Lager – der Bull/Bear-Index fiel schlagartig in pessimistisches Terrain zurück. Ursächlich für die schlechte Laune dürfte das Unterschreiten des Konsolidierungsbodens gewesen sein.

6. Juni 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Handelsstreit zwischen den USA und China war in der Berichtswoche Top-Gesprächsthema bei Anlegern mit Blick auf alternative Energien. Phoenix Solar-Vorstandschef Andreas Hänel sprach sich in einem Zeitungsinterview gegen Strafzölle auf Module aus China aus. Eine solche Handelsschranke würde Hänel zufolge den hiesigen Markt kaputt machen. Zudem sei damit zu rechnen, dass sich asiatische Hersteller verstärkt in den deutschen Markt einkauften, womit die Branchenkonsolidierung fortschreiten würde. Just zum Wochenschluss hatte TecDAX-Mitglied Solarworld angekündigt, 250 Stellen abbauen zu wollen – nicht zuletzt aufgrund der Dumpingpreise der chinesischen Konkurrenz. Und das Solarunternehmen Centrotherm wird in Kürze seinen Platz im Technologie-Index räumen müssen. Nordex-Titel konnten indes vom schwelenden Disput zwischen den USA und China profitieren: Das amerikanische Handelsministerium kündigte Strafzölle auf chinesische Windkraftanlagen an, die Nordex wegen seiner Aktivitäten in den USA zugutekommen könnten, wurde gemutmaßt. Branchenbezogene Meldungen wurden allerdings einmal mehr von den altbekannten gesamtwirtschaftlichen Problemen überlagert: der europäischen Schuldenkrise – allen voran dem Zustand des spanischen Bankensektors – sowie Konjunktursorgen infolge schwacher Wirtschaftsdaten aus den USA und aus China.

Entsprechend schwach auf der Brust zeigte sich der Technologie-Index: Zum Wochenwechsel musste er ordentlich Federn lassen und kam in Sichtweite an die 700er Marke – ein Kursniveau, das zuletzt im Januar dieses Jahres markiert wurde. Nichtsdestotrotz klafft stichtagsbezogen ein rund viereinhalbprozentiges Minus. Die Teilnehmer unseres wöchentlichen Sentimentpanels – und zwar private wie institutionelle Anleger gleichermaßen – entschlossen sich zur Flucht ins Bärenlager. Die Neu-Pessimisten rekrutieren sich mehrheitlich aus vormaligen Bullen. Lediglich ein kleiner Teil wanderte von der Seitenlinie ab. Der Bull/Bear-Index fällt dadurch schlagartig ins pessimistische Terrain zurück. Einzig im Februar waren die Akteure in diesem Jahr schlechter gelaunt als jetzt. Die Stimmung der Privatinvestoren befindet sich sogar auf einem neuen Jahrestiefstand. Und nicht nur das: Skeptischer als derzeit zeigten sich die Privaten zuletzt im Mai 2010.

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Ausschlaggebend für den Pessimismus wird nicht alleine die Größenordnung der Kursverluste gewesen sein, sondern vielmehr die Enttäuschung darüber, dass der Konsolidierungsboden (bei 740 Zählern) nicht gehalten hat. Das deutliche Unterschreiten jener markanten Schwelle, an der die Marktteilnehmer seit Monaten Orientierung fanden, bedeutet einen Schlag ins Kontor für die erfolgsverwöhnten Range-Trader. Mit dem aktuellen bearishen Bekenntnis könnten nun aber ungemütlichere Zeiten anbrechen. Denn der Technologie-Index scheint seine „Fallsucht“ vorerst beiseitegelegt zu haben und präsentiert sich am heutigen Erhebungstag erstaunlich robust. Mit jedem Pünktchen, das der TecDAX nun weiter nach oben kraxelt, werden die Neu-Bären ihre Verkaufsentscheidung umso mehr bereuen. Denn sie sind nun nicht mehr mit von der Partie. Sollte sich die Erholung rasch fortsetzten, dürfte sich ein Teil der Skeptiker schon bald zum Umdenken veranlasst sehen, was den Kursanstieg dann zusätzlich befeuern würde.

© 6 Juni 2012/ Katrin Nink, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten


 BullishBearishNeutralTotal
Private 28 % 39 % 33 % 42 %
Institutionelle 36 % 42 % 22 % 58 %
Total 33 % 41 % 26 % 100 %
ggü. letzter Erhebung -6 % +9 % -3 %  

TecDax-Stimmungskurve


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Stand TecDAX 06.06.2012, 12.00 Uhr: 725 Punkte (+4,48 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear-Index: 44,3 Punkte

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