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Börse Frankfurt

Deutsche Anleihen grenzen Verluste deutlich ein

20.08.2012 17:49

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen haben am Montag eine
Berg- und Talfahrt hingelegt. Während die festverzinslichen Papiere bis zum
Mittag spürbar von Spekulationen über ein massives Eingreifen der Europäischen
Zentralbank (EZB) am europäischen Rentenmarkt unter Druck gerieten, glichen sie
ihre Verluste bis zum Abend fast vollständig aus. Zuletzt lag der
richtungsweisende Euro-Bund-Future  noch leicht mit 0,04
Prozent bei 142,07 Punkten im Minus. Zuvor war er bis auf 141,14 Zähler
gefallen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag am Abend bei 1,49
Prozent und damit auf ähnlichem Niveau wie am Freitag.

    In einem fundamental ruhigen Umfeld sorgte ein Bericht des
Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" für Aufsehen. Demnach erwägt die EZB, die
Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern zu begrenzen. Dem Bericht
zufolge, der keine Quellen für die Informationen nennt, könnte die Notenbank
immer dann Staatspapiere finanzschwacher Euroländern kaufen, wenn der
Renditeaufschlag zu deutschen Anleihen einen bestimmten Wert überschreitet.
Deutsche Staatsanleihen gelten an den Finanzmärkten als nahezu ausfallsicher,
weswegen ihre Rendite als Maßstab für die Bewertung anderer Staatstitel dient.

    Die EZB bezeichnete den Bericht in einer Stellungnahme als "irreführend".
EZB-Präsident Mario Draghi hatte Anfang August angekündigt, kurzlaufende
Staatstitel von angeschlagenen Euroländern ankaufen zu wollen, soweit die
Staaten einen Hilfsantrag an den EFSF stellen und sich zu strikten Sparauflagen
verpflichten. Die Details des neuen Ankaufprogramms werden derzeit von mehreren
Gremien der Notenbank erarbeitet.

    Die Deutsche Bundesbank bekräftigte unterdessen ihre grundsätzliche Kritik
an Anleihekäufen der EZB. In ihrem Monatsbericht verweist sie auf
stabilitätspolitische Risiken. "Entscheidungen über eine möglicherweise noch
deutlich umfassendere Vergemeinschaftungen von Solvenzrisiken sollten bei der
Finanzpolitik beziehungsweise den Regierungen und Parlamenten angesiedelt sein
und nicht über die Notenbankbilanzen erfolgen." Sichere Anlagen wie deutsche
Staatsanleihen erhielten nach der Bundesbank-Kritik Auftrieb./bgf/jkr


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