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Börse Frankfurt

Devisen: Euro im Minus - Unsicherheit vor EU-Gipfel

28.06.2012 13:45

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro  hat am Donnerstag kurz vor dem
EU-Gipfel nachgegeben. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2450
US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als am Morgen. Wie groß die
Verunsicherung vor dem wichtigen Gipfeltreffen ist, zeigt die Schwankungsbreite
beim Euro von rund eineinhalb Cent. Der US-Dollar legte zuletzt auf 0,8035 Euro
zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochmittag
auf 1,2478 (Dienstag: 1,2475) Dollar festgesetzt.

    Vor dem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel
sorgten zunächst schwache Konjunkturdaten für zusätzliche Belastung beim Euro.
Sowohl das Wirtschaftsvertrauen ESI als auch das Geschäftsklima BCI sackten im
Juni weiter ab und liegen nunmehr auf dem tiefsten Stand seit rund zweieinhalb
Jahren. Die Indikatoren deuten damit auf eine anhaltende und vermutlich stärkere
Rezession im Währungsraum hin als im Herbst 2009.

    Nachdem die Erwartungen an den EU-Gipfel in Brüssel zunächst deutlich
geschwunden waren, sorgten zuletzt Meldungen über mögliche kurzfristige
Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise für Entlastung beim Euro. So sagte
der finnische Premier Jyrki Katainen, man werde über Anleihekäufe zumindest
diskutieren. Die "Financial Times Deutschland" berichtete über einen
Notfallplan, bei dem die Rettungsfonds EFSF und ESM eingebunden sein sollen. 

    Offensichtlich geht es um Anleihekäufe der beiden Rettungsschirme, die
grundsätzlich möglich sind. Allerdings müssten sich Länder, die davon
profitieren wollen, einem Anpassungsprogramm unterwerfen - also konkrete Reform-
und Sparschritte zusichern. Experten wie Berenberg-Chefvolkswirt Holger
Schmieding halten Stützungskäufe des EFSF oder des ESM für gefährlich. Denn die
Rettungsschirme verfügen - im Gegensatz zur EZB - nur über eine begrenzte
Kapazität. Dies könnte zu Spekulationen einladen./bgf/hbr



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