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Börse Frankfurt

Aktien Frankfurt Ausblick: Deutliche Verluste - Schuldenkrise wieder im Fokus

23.07.2012 08:20

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die wieder angeheizten Sorgen um die
Euro-Schuldenkrise dürften den deutschen Aktienmarkt am Montag erneut kräftig
ins Minus drücken. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen
Leitindex  gab gegen 8.10 Uhr um 1,18 Prozent nach. In der Vorwoche
hatte es der Dax trotz der deutlichen Verluste am Freitag noch auf ein Plus von
mehr als ein Prozent gebracht. Auch der Euro  geriet am Montagmorgen
deutlich unter Druck und kämpfte auf dem tiefsten Niveau seit Juni 2010 um die
Marke von 1,21 US-Dollar. 

    Berichte, wonach sowohl der Internationale Währungsfonds (IWF) als auch die
deutsche Regierung nicht mehr bereit sind, der Regierung in Athen über die
bisherigen Zusagen hinaus Kredite zur Verfügung zu stellen, rückten das Thema
Schuldenkrise zurück in den Fokus. Darüber hinaus warnte ein Mitglied der
chinesischen Zentralbank vor einem sich weiter verlangsamenden
Wirtschaftswachstum und trug somit laut Händlern zur negativen Gemengelage bei. 

    Die Vorgaben belasten entsprechend ebenfalls: Der Future auf den
US-Leitindex Dow Jones Industrial  gab seit dem Xetra-Schluss am
Freitag um 0,70 Prozent nach und die Börsen in Asien sackten zum Teil deutlich
ab. Die Agenda bietet kaum Impulse. Im Fokus dürfte weiterhin vor allem die
Entwicklung an den Anleihemärkten stehen.

RHÖN-KLINIKUM IM FOKUS: FRESENIUS KAUFT IN USA ZU

    Die Titel von Rhön-Klinikum  standen mit einem Zukauf des zunächst
gescheiterten Übernahmeinteressenten Fresenius  im Fokus. Nachdem der
Medizinkonzern es nicht geschafft hatte, die notwendige Mehrheit für die
Übernahme des Klinikbetreibers zu erringen, will er nun in den USA zuschlagen
und sein Geschäft mit Blut-Transfusionstechnik kräftig ausbauen. Dafür kauft die
auf Infusionen und Generika spezialisierte Fresenius-Tochter Kabi das
US-Unternehmen Fenwal Holdings. Der nicht genannte Verkaufspreis wird Fresenius
zufolge zunächst aus vorhandenen Mitteln finanziert, wobei der Erlös der
Kapitalerhöhung vom Mai 2012 das Transaktionsvolumen übersteige. 

    Von einem Händler hieß es, die Nachricht könnte die Rhön-Aktie kurzfristig
belasten, da Fresenius die Kapitalerhöhung ursprünglich für die Übernahme von
Rhön-Klinikum vorgesehen hatte. Am Nachmittag will der Medizinkonzern sich
öffentlich zur jüngsten Akquisition äußern, die der Händler als sinnvoll, aber
nicht besonders günstig bewertete. Sowohl die Rhön-Aktien als auch die
Fresenius-Papiere hielten sich mit leichten Abschlägen beim Broker Lang &
Schwarz vorbörslich besser als der Markt.

AUSSAGEN ZUR GEWINNENTWICKLUNG BELASTEN LEONI

    Die Aktien von Leoni  gaben indes nach den jüngsten Aussagen zur
Gewinnentwicklung überdurchschnittlich nach. Gegenüber der „Frankfurt
Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte Leoni-Chef Klaus Probst, er erwarte im
laufenden Jahr ein operatives Ergebnis (EBIT) zwischen 230 und 280 Millionen
Euro. Ein Händler wertete die Aussage insofern negativ, da die Analysten derzeit
im Schnitt von einem EBIT von 275 Millionen Euro ausgingen, die Aussagen aber
eher ein Ergebnis in der Mitte der genannten Spanne suggerierten. Für ihn klinge
das fast so, als wolle Probst die Erwartungen dämpfen. 

    Auch die Celesio-Papiere  gerieten bereits vor dem Handelsstart
unter Druck. Einem Medienbericht zufolge treibt der Pharmahändler den Verkauf
seiner Internet-Apothekenkette DocMorris voran. Die mit der Investorensuche
betraute Deutsche Bank habe Interessenten erste Unterlagen zukommen lassen,
heißt es unter Berufung auf mit dem Vorhaben betraute Personen. "Das sind zwar
nicht wirklich neue Nachrichten, da der Verkauf seit Monaten auf der Agenda
steht", sagte ein Händler. "Dennoch sollte der Bericht leicht positiv für die
Aktie wirken, da der Verkaufsprozess sich zu beschleunigen scheint."/gl/ag



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