Aktien Frankfurt: Verluste - Schwache Daten aus China belasten
10.08.2012 14:43
Anzeige
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei Tagen ohne klare Tendenz hat der Daxam Freitag nachgegeben. Marktexperten verwiesen auf schwache Konjunkturdaten aus China, die auf die Kurse an den europäischen Börsen gedrückt hätten. Am Nachmittag belastete Händlern zufolge zusätzlich, dass die chinesische Notenbank das Zeitfenster für eine mögliche weitere Senkung des Mindestreservesatzes ungenutzt verstreichen ließ. Der deutsche Leitindex weitete seine Verluste etwas aus und sank um 0,68 Prozent auf 6.917,42 Punkte. Auf Wochensicht steht aber immer noch ein Plus von 0,75 Prozent zu Buche. Der MDax verlor vor dem Wochenende 0,33 Prozent auf 11.028,24 Punkte, und der TecDax gab um 0,36 Prozent auf 783,52 Punkte nach. Angesichts der aktuellen Daten zum Außenhandel nehme die Sorge zu, dass die chinesische Wirtschaft weiter an Dynamik verliere, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sprach von einer Fortsetzung des jüngsten Konsolidierungskurses. Laut Lars Kremkow, Marktstratege bei Activtrades, "sieht es so aus, als hätten sich die Marktteilnehmer darauf geeinigt, richtungsweisende Entscheidungen im Dax erst in der kommenden Woche zu klären". Auf der Tagesagenda standen zum Wochenschluss eine Reihe von Unternehmensberichten. THYSSENKRUPP STARK: GEWINNEINBRUCH GERINGER ALS BEFÜRCHTET Die Aktien von ThyssenKrupp legten nach Quartalszahlen um 5,91 Prozent zu und schafften es damit an die Dax-Spitze. Zwar brach der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (EBIT) aus dem fortzuführenden Geschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 80 Prozent ein. Allerdings hatten Analysten mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet. Zudem bestätigte der Industrie- und Stahlkonzern den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011/12. Zahlen und Ausblick stießen am Markt auf Beifall. Ein Börsianer verwies zudem auf Aussagen des Unternehmens, dass es "reges Interesse" an der zum Verkauf stehenden Sparte Steel America gibt. Dagegen belasteten mehrere Abstufungen aufgrund schwacher Zahlen die Commerzbank-Aktien . Sie weiteten mit minus 2,44 Prozent ihre Vortagsverluste aus und waren damit Dax-Schlusslicht. Der Rückversicherer Hannover Rück musste im zweiten Quartal wegen Geschäften zum Schutz vor Inflation einen Gewinnrückgang von 13 Prozent verkraften. Damit schnitt das Unternehmen deutlich schlechter ab als von Analysten erwartet. Für das laufende Jahr rechnet die Hannover Rück weiterhin mit einem "guten Ergebnis", wagte aber erneut keine konkrete Prognose. Entsprechend büßten die Titel am MDax-Ende 3,43 Prozent ein. Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall konnte den Umsatz im ersten Halbjahr etwas stärker als erwartet steigern und legte auch beim Gewinn zu. Die DZ Bank sprach von soliden Zahlen. Dagegen habe der Ausblick nun einen leicht negativeren Ton als bisher. Die Aktien sanken um 1,90 Prozent. Beim Flughafenbetreiber Fraport sorgten negativ aufgenommene Juli-Verkehrszahlen für moderate Kursverluste von 0,33 Prozent. ZAHLEN BELASTEN BECHTLE Die Bechtle-Titel gaben nach durchwachsenen Zahlen um 2,72 Prozent nach und nahmen damit einen der hinteren Plätze im TecDax ein. Der IT-Dienstleister legte dank des starken Heimatgeschäfts ein solides zweites Quartal hin und sorgte mit dem hohen Umsatzanstieg für eine positive Überraschung. Der Gewinn blieb allerdings wegen expansionsbedingter Personalkosten hinter den Erwartungen zurück. Bei Drillisch sorgte die Zahlenvorlage für knappe Kursverluste von 0,12 Prozent. Der Mobilfunkanbieter hatte im zweiten Quartal wegen eines Sondereffekts im Vorjahr im Zusammenhang mit der Bewertung der Freenet-Beteiligung einen Gewinnrückgang erlitten. Händlern zufolge fielen die endgültigen Zahlen zwar erwartungsgemäß aus. Einige Marktbeobachter hätten aber mit einer Erhöhung der Jahresprognose gerechnet, die ausgeblieben ist./gl/ajx --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
