WOCHENAUSBLICK: Dax-Aufschwung gebremst - Berichtssaison klingt aus
10.08.2012 16:11
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Gelingt dem Daxder Sprung über 7.000 Punkte? Diese Frage wird Marktbeobachter wohl auch in der kommenden Woche beschäftigen. Nach seiner imposanten Kursrally der vergangenen Tage war der deutsche Leitindex an der viel beachteten Marke zuletzt mehrmals abgeprallt. Inzwischen steht der Dax, angetrieben von der Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken, rund 1.000 Punkte höher als vor zwei Monaten. Der MDax , Gradmesser des deutschen Mittelstandes, pirscht sich sogar an sein Rekordhoch vom Juli 2007 bei 11.493 Punkten heran. Börsianer sind nun aber unsicher, ob es weiter aufwärts geht. Zudem werden die Rufe nach einer Konsolidierungsphase lauter. "Das Wochenende gibt den Investoren Zeit, die eine oder andere wichtige Frage im Zusammenhang mit der jüngsten Rally in Ruhe zu erörtern", schreibt Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades. Viele Händler dürften am Montag mit einer klareren Einschätzung der Lage an ihren Platz zurückkehren, so Kremkow. Ein Patt zwischen Bullen und Bären wie in den vergangenen Tagen sei dann eher unwahrscheinlich. VORLÄUFIGE WACHSTUMSDATEN FÜR DEUTSCHLAND IM ZWEITEN QUARTAL Die Experten der Landesbank Berlin (LBB) sind skeptisch, ob der jüngste Kursanstieg tatsächlich auf einem soliden Fundament steht. Letztendlich handele es sich bei den Kursgewinnen um eine von der Hoffnung getriebene Rally. Anleger setzten darauf, dass es zu einer schnellen Beruhigung in den Problemstaaten der Eurozone kommt und die Notenbanken die Märkte weiterhin mit Liquidität sowie niedrigen Kreditzinsen unterstützen werden. Allerdings bleibe die extrem hohe Abhängigkeit von politischen Entscheidungen weiterhin erhalten, sagen die LBB-Fachleute. "Es wird immer deutlicher, dass die Konjunkturschwäche nach den Peripheriestaaten auch die Kernunion ergreift und die Rezessionsgefahr hoch ist." Die vorläufigen Wachstumsdaten für Deutschland im zweiten Quartal werden daher mit Spannung erwartet. Sie stehen am Dienstag auf der Agenda. Die Ökonomen der Postbank rechnen mit einem Wachstum um 0,2 Prozent zum Vorquartal, "womit die konjunkturelle Dynamik verglichen mit dem starken Jahresauftakt deutlich abgenommen hätte." Hingegen dürfte laut Postbank der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen zeigen, dass die konjunkturellen Perspektiven Deutschlands nicht mehr ganz so pessimistisch beurteilt werden wie im Vormonat. SAISONAL SCHWÄCHSTE PHASE Aktienexperte Andreas Hürkamp von der Commerzbank macht darauf aufmerksam, dass der Leitindex nun auf seine saisonal schwächste Phase zusteuere. Ab Mitte August komme häufig Gegenwind für Dax-Investoren auf. Das Börsenbarometer habe seit 1965 von Mitte August bis Ende September durchschnittlich um 2,7 Prozent verloren, bemüht Hürkamp die Historie. "Die Saisonalität könnte einer der Gründe sein, warum der Dax zunächst eine Verschnaufpause einlegen wird." Die Berichtssaison in Deutschland hat ihren Höhepunkt mittlerweile zwar überschritten. Gleichwohl wird der kommende Dienstag noch einmal ganz im Zeichen von Quartalszahlen stehen. Vor allem aus dem MDax sind noch zahlreiche Konzerne ihre Quartalsausweise schuldig, darunter die Aareal Bank , der Kupferkonzern Aurubis , der Pharmahändler Celesio sowie Hochtief , Salzgitter und Tui . RWE UND MERCK BERICHTEN Aus der ersten Reihe berichten der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA und der Energieversorger RWE über den jüngsten Geschäftsverlauf. Endgültige Zahlen kommen vom Salz- und Düngemittelhersteller K+S . "Sowohl RWE als auch Merck haben vor allem mit spezifischen Themen zu kämpfen", schreibt Analyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Stromwirtschaft leide weiter unter dem Atomausstieg, während bei Merck die Restrukturierung der Pharmasparte im Vordergrund stehe. "Insgesamt prägt eine Eintrübung der Perspektiven die Quartalssaison", fasst der Experte die bisherigen Zahlen zusammen./ajx/la/he --- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---
