KORREKTUR/ROUNDUP: Nike enttäuscht die Anleger - Quartalsgewinn geht zurück
29.06.2012 11:31
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(Berichtigung: Richtig heißen muss es im zweiten Satz "zum ersten Rückgang
beim Quartalsergebnis" und nicht Verlust.)
BEAVERTON (dpa-AFX) - Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike
hat die Anleger enttäuscht. Gestiegene Kosten verhagelten dem Adidas
-Konkurrenten das Ergebnis und führten zum ersten Rückgang beim
Quartalsergebnis seit 2009. Wie Nike am Donnerstagabend in Beaverton mitteilte,
sank der Überschuss in dem Ende Mai abgeschlossenen vierten Quartal um 8 Prozent
auf 549 Millionen US-Dollar. Damit lag der Konzern, der in der Vergangenheit die
Markterwartungen fast immer übertreffen konnte, deutlich unter den
Analystenschätzungen. Die Nike-Aktie rutschte in New York im nachbörslichen
Handel um 13 Prozent ab. In Frankfurt gerieten am Freitagvormittag auch die
Papiere von Adidas und Puma unter Druck.
"Wir sind es von Nike eigentlich gewohnt, positiv überrascht zu werden",
sagte Analyst Paul Swinand von Morningstar. Diesmal habe der Konzern aber auf
ganzer Linie enttäuscht. Das Abschneiden des Branchenprimus schürte laut
Händlern die Sorge, dass eventuell auch bei der Konkurrenz der Motor ins Stocken
geraten sein könnte. Adidas und Puma werden Anfang August ihre Ergebnisse für
das zweite Quartal vorlegen. Puma war bereits im ersten Quartal von der Krise im
Euroraum eingeholt worden und hatte überraschend einen Gewinnrückgang gemeldet.
ADIDAS BISLANG NOCH OPTIMISTISCH
Adidas hatte sich im Vergleich dazu erfolgreicher geschlagen und nach einem
überraschend starken Jahresauftakt dann Ende April sogar seine
Gesamtjahresprognose angehoben. Adidas-Chef Herbert Hainer hatte zudem erst vor
kurzem betont, dass die Krise dem Konzern bislang nur wenig habe anhaben können.
Da Sportartikel erschwinglich seien und der Trend zu mehr Gesundheit und Fitness
immer weitere Kreise ziehe, sei die Branche wesentlich krisenresistenter als
andere Industriezweige, sagte er.
Ein Problem, mit dem alle Sportartikelkonzerne zu kämpfen haben, sind die
Beschaffungskosten, die durch gestiegene Rohstoffpreise und Löhne in die Höhe
geschossen sind. Als Antwort darauf haben die drei großen Hersteller allesamt
ihre Preise auf breiter Front angehoben. Bei Nike belasteten im Quartal zudem
eine höhere Steuerquote und Aufwendungen im Zusammenhang mit einer
Neuorganisation der Marke in Westeuropa den Gewinn. Angesichts der
Fußball-Europameisterschaft und den anstehenden Olympischen Spielen hatte Nike
außerdem sein Marketingbudget aufgestockt. Verluste machte Nike erneut mit den
beiden inzwischen zum Verkauf gestellten Töchtern Umbro und Cole Haan.
NIKE BLEIBT SPITZENREITER
Der Konzernumsatz kletterte von März bis Mai um 12 Prozent auf 6,5
Milliarden Dollar. Der Konzern verdankte dies vor allem seinem Heimatmarkt
Nordamerika. In Europa schwächte sich hingegen das Wachstum ab. Kräftig zulegen
konnte Nike in China, wenngleich sich wegen hoher Lagerbestände in der Region
das Tempo verlangsamen werde, wie der Konzern mitteilte.
Im Gesamtgeschäftsjahr 2011/12 erreichte der Umsatz 24,1 Milliarde Dollar
(19 Mrd Euro) und der Gewinn 2,2 Milliarden Dollar. Nike ist damit weiterhin die
unangefochtene Nummer eins der Branche. Adidas kam im vergangenen Jahr auf gut
13 Milliarden Euro Umsatz und will bis 2015 diesen auf 17 Milliarden ausbauen.
Beide Konzerne liefern sich in den meisten ihrer Märkte ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Nikes Vorsprung gründet vor allem auf Nordamerika, dem mit Abstand wichtigsten
Sportmarkt./she/ck/ep/wiz
