ROUNDUP 2: US-Arbeitsmarkt enttäuscht Obama - Romney: 'Schlag in den Magen'
06.07.2012 18:32
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WASHINGTON/POLAND (dpa-AFX) - Wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen
zeichnet sich keine Erleichterung für den Arbeitsmarkt in den USA ab. Die
dortige Wirtschaft hat im Juni lediglich 80.000 neue Jobs geschaffen, teilte das
Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Die Erwerbslosenquote liegt
damit unverändert zum Vormonat bei 8,2 Prozent. Präsident Barack Obama reagierte
enttäuscht. Die Misere sei nicht über Nacht hereingebrochen und könne auch nicht
über Nacht gelöst werden, sagte Obama auf einer Wahlkampftour in Poland
(Bundesstaat Ohio).
"Wir haben in den letzten 28 Monaten 4,4 Millionen neue Jobs geschaffen",
erklärte ein matt wirkender Präsident. "Dies ist ein Schritt in die richtige
Richtung, aber wir können uns damit nicht zufriedengeben." Das Ziel sei nicht,
den Arbeitsmarkt auf den Stand des Jahres 2007 vor der Wirtschaftskrise zu
bringen. "Ich möchte zurück zu der Zeit, in der die Mittelschicht mehr
Sicherheit hatte", sagte Obama. "Und das ist der Grund, warum ich mich um eine
zweite Amtszeit als US-Präsident bewerbe."
ROMNEY: 'SCHLAG IN DEN MAGEN'
Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney nannte die
Arbeitslosenzahlen einen "Schlag in den Magen für die Mittelschicht". Obama
trage die volle Verantwortung dafür, erklärte Romney von seinem Urlaubsort im
Bundesstaat New Hampshire. Die hohe Arbeitslosenquote untertreibe die Gefühle
der Amerikaner.
Neben der großen Zahl der Erwerbslosen arbeiteten zahlreiche US-Bürger in
Jobs, die weit unter ihren Fähigkeiten lägen, erklärte der Konservative. Im Fall
seiner Wahl versprach Romney weniger Regulierungen für die US-Wirtschaft, eine
Senkung der Steuersätze sowie die Rücknahme der Gesundheitsreform. Die USA
müssten neue Märkte in Lateinamerika erschließen und dagegen angehen, "dass
China Amerikas Arbeitsplätze stiehlt."
SCHLECHTESTES QUARTAL FÜR US-ARBEITSMARKT SEIT 2010
Mit dem Juni endet für die US-Wirtschaft nach Bewertungen von Ökonomen nach
einem Einbruch im April und unwesentlichen Verbesserungen im Mai das
schlechteste Quartal für den US-Arbeitsmarkt seit 2010. Die Zahl der neuen Jobs
blieb im abgelaufenen Monat sogar noch unter den Prognosen von 95.000. Die
Mehrzahl der neuen Jobs haben der Statistik zufolge Unternehmensdienstleister
geschaffen.
Führende US-Wirtschaftsexperten machten die Eurokrise mit für die Situation
verantwortlich. "Was den Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten ausgebremst
hat, ist dasselbe wie in den Vorjahren", sagte Barclays
-Analyst Michael Gapen dem Sender CNN. "Die Ereignisse in Europa sowie
einige politische Probleme im Inland sorgen für Unsicherheit." Arbeitgeber
verzögerten aufgrund dieser Unsicherheit Investitionen und Neueinstellungen.
Der Arbeitslosenquote wird eine immense Bedeutung für die politische Zukunft
des Landes zugeschrieben. US-Präsident Barack Obama steht im November zur
Wiederwahl. Keiner seiner Vorgänger in den letzten sechs Jahrzehnten konnte eine
zweite Amtszeit erreichen, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag.
Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney wirbt vor allem
mit seiner Wirtschaftskompetenz./pm/pas/DP/jha
