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Börse Frankfurt

Kabel-Deutschland-Chef: Mehr Investitionen statt mehr Dividende

01.07.2012 16:26

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Kabel Deutschland  (KDG) hat die
hochgesteckten Erwartungen an eine Steigerung der Dividende in den kommenden
Jahren enttäuscht, um zunächst ein höheres Investitionsbudget vorzuhalten. Wie
Finanzvorstand Adrian Siemen im Interview der Börsen-Zeitung sagt, galt es
abzuwägen, "ob wir nicht heute die Ausschüttung zugunsten höherer Investitionen
und damit höheren Wachstums niedriger halten, um morgen einen noch höheren
Return für unsere Aktionäre zu erwirtschaften". Kabel Deutschland mangele es
nicht an Investitionsmöglichkeiten mit attraktiven Renditechancen, betonte der
Manager. Deshalb habe das Unternehmen für die Rendite auf das eingesetzte
Kapital eine recht hohe Hürde gesetzt. "Wenn wir investieren, rechnen wir mit
einem internen Zinsfuß von 13 Prozent".

    Siemen, der im Oktober vergangenen Jahres den langjährigen Finanzchef Paul
Thomason abgelöst hat, betonte jedoch, dass er auch weiterhin Aktienrückkäufe
als "Mittel der Aktionärsvergütung" keineswegs ausschließe, "nicht zuletzt, weil
wir es fallbezogener einsetzen können als eine Dividende". Für das abgelaufene
Geschäftsjahr 2011/12 will KDG erstmals eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie
ausschütten, die im laufenden Turnus stabil bleiben soll. Sie wurde durch
Aktienrückkäufe über 60 Mill. Euro ergänzt.

    Obwohl der Finanzvorstand davon ausgeht, dass die Akquisition von
Telecolumbus für 600 Mill. Euro finanziell schnell verdaut werden kann und "die
Zielverschuldung binnen ein bis zwei Jahren wieder in die Bandbreite des 3 bis
3,5-fachen Ebitda" (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen)
zurückgeführt werden kann, seien weitere Zukäufe derzeit kein Thema. "An
Primacom  sind wir nicht interessiert", betonte Siemen, der
durchblicken ließ, dass es äußerst schwierig würde, nach Telecolumbus noch eine
solche Akquisition über die Kartellhürden zu bringen.

    Auch eine Stärkung des eigenen Breitbandgeschäfts durch einen Erwerb von
Kundenstämmen alternativer Telekomnetzbetreiber, beurteilt Siemen zurückhaltend.
Auf die Frage, ob er die praktisch zum Verkauf stehenden privaten Festnetzkunden
von Vodafone    übernehmen würde, wich der Manager aus. Er
sagte jedoch, es sei für KDG "eine rein kommerzielle Frage", ob man die eigene
Endkunden-Infrastruktur wie die Deutsche Telekom  gegen eine Gebühr für
Fremdnutzer (Reseller) öffne. Im Streit mit ARD und ZDF über die Einspeisegebühr
ins Kabelnetz, die die Sender nicht mehr zahlen wollen, setzt Siemen auf eine
Verhandlungslösung./he


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