iNAV - Wert der Fondsanteile
Anlageformen
Über die einzelnen Anteile an einem Investmentfonds werden Urkunden
ausgestellt, die dem Inhaber ein Miteigentum am Fondsvermögen
verbriefen und einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung und
Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis garantieren.
Die genauen gesetzlichen Vorschriften zu Investmentfonds sind im
Gesetz über Kapitalanlagesellschaften (KAGG) zu finden.
Bei einem klassischen Fonds berechnet die Fondsgesellschaft das
gesamte Fondsvermögen – den offiziellen Nettoinventarwert – einmal
täglich, in seltenen Fällen sogar nur einmal wöchentlich. Daran
orientiert sich wiederum der festgelegte An- und Verkaufskurs eines
Fondsanteils, der entsprechend auch nur einmal am Tag gestellt
wird.
Für ETFs, die an einen Index gekoppelt sind, berechnet entweder die
Deutsche Börse oder, alternativ ein vom Emittenten beauftragter
Dienstleister während der Handelszeit mindestens einmal pro Minute
den „indikativen Nettoinventarwert“, kurz iNAV®. Dabei wird das
Fondsvermögen auf Basis der Kurse der Einzelpositionen im
Fonds-Portfolio ermittelt und die Barmittel des Fonds addiert. Das
so berechnete Fondsvermögen geteilt durch die Zahl der im Umlauf
befindlichen Fondsanteile ergibt den iNAV-Wert, den die Deutsche
Börse im Minutentakt wie einen Aktienkurs veröffentlicht.
Der größte für Privatinvestoren spürbare Unterschied besteht in den
Kosten. Der Aufwand, den die auflegende Gesellschaft betreiben
muss, ist bei einem aktiv verwalteten Fonds erheblich höher -
folglich auch die Managementgebühren, die der Investor trägt. Bei
Indexfonds liegen die Managementgebühren im Durchschnitt bei 0,5
Prozent jährlich. Die Geister scheiden sich darüber, ob aktiv
gemanagte Fonds diese Zusatzkosten durch eine bessere Performance
kompensieren können. Aus der Branche ist häufig zu hören, dass auf
Fünfjahressicht nur die wenigsten der aktiv gemanagten DAX-Fonds
besser abgeschnitten hätten als der Index selbst. Einzelne
Fondsgesellschaften wie die DWS halten dagegen, dass der größere
Teil ihrer Produkte über den Benchmark-Indizes liegen.
